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Nebennierenerkrankungen erkennen und behandeln

Kompetente Diagnose und Behandlung im Hormon- & Stoffwechselzentrum in Mainz

Lage und Funktion

Die Nebennieren liegen „neben den Nieren“ (bzw. oberhalb beider Nieren) und produzieren eine Vielzahl von Hormonen. Jedes Organ wird unterteilt in die Nebennierenrinde und das Nebennierenmark. In der Nebennierenrinde wird das körpereigene, lebenswichtige Hormon Cortisol gebildet. Der Ursprungstoff ist das Cholesterin – auf dem Weg dorthin werden zahlreiche andere Hormone gebildet, die ebenfalls eigene Wirkungen haben. Dies sind neben männlichen Hormonen (Androgene) auch das Aldosteron, ein den Blutdruck regulierendes Hormon. Zudem werden im Nebennierenmark die Stresshormone (Katecholamine) gebildet. Sie regulieren ebenfalls Blutdruck und Puls.

Erkrankungen der Nebennieren

Unterfunktion

Der M. Addison ist die primäre Unterfunktion der Nebennieren. Die sekundäre Nebennieren-Unterfunktion entsteht bei Erkrankungen der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). Symptome der Nebennieren-Unterfunktion können sein:

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Niedriger Blutdruck
  • Schwäche
  • Gewichtsabnahme
  • Braunfärbung der Haut

Die häufigsten Ursachen der primären Unterfunktion der Nebennieren ist eine Autoimmunerkrankung. Hierbei werden körpereigene Abwehrstoffe gegen die eigene Nebennieren gebildet, dadurch geht das Organ zugrunde. Seltenere Ursachen sind Tuberkulose, Sarkoidose oder Metastasen anderer Primärtumore. Die Behandlung ist im Notfall („Addisonkrise“) eine „Cortisonspritze“: Hierbei kann irgendein Cortisonpräparat gespritzt werden (i.m, i.v. oder s.c.). Sehr beliebt ist auch die rektale Applikation von Cortison (Notfallzäpfchen). Die Dauersubstitution erfolgt mit Hydrocortison und/oder Fludrocortison (Astonin H®).

Überfunktion

Cushing-Syndrom

Durch einen meist gutartigen Knoten im Bereich der Nebennieren, der autonom zu viel Cortison produziert, wird dieses Krankheitsbild ausgelöst. Es ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Osteoporose
  • Stammfettsucht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Hautveränderungen mit Hautrötungen
  • Brüchige Haut
  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • Vollmondgesicht
  • Büffelnacken
  • Rötlich-livide Streifen am Bauch

Die Diagnose wird gestellt mittels Durchführung eines Dexamethasonhemm-testes. Die Lokalisation des vermuteten Adenoms erfolgt mittels Bildgebung durch Magnetresonanztomographie. Therapie der Wahl ist der erfahrene, endokrine Chirurg, der den Patienten durch eine Adrenalektomie (Herausnahme einer Nebenniere) heilt. Differenzialdiagnostisch muss der Morbus Cushing (hypophysäre Erkrankung/autonome Mehrproduktion von ACTH) ausgeschlossen werden.

Hyperandrogenämie

Durch einen Enzymdefekt kommt es zu einer Mehrproduktion von männlichen Hormonen, dies führt zu einer Vermännlichung der Frau:

  • Bartwuchs
  • Haarausfall
  • Akne
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Unfruchtbarkeit (Kinderlosigkeit)

Diese Erkrankung nennt sich adrenogenitales Syndrom (AGS). Gesichert wird die Diagnose durch molekularbiologische Untersuchungen. In der Endokrinologie-Praxis erfolgt der ACTH-Test nach vorabendlicher Dexamethasongabe. Dexamethason wird auch niedrigst dosiert zur Therapie eingesetzt, wie auch das genuine Hydrocortison.

Phaeochromocytom

Dies ist die Erkrankung der autonomen Katecholaminmehrproduktion. Hierbei werden autonom zu viele Stresshormone gebildet. Dies führt zu Bluthochdruck und sogar zu lebensbedrohlichen Bluthochdruckkrisen. Die Diagnostik erfolgt über die Bestimmung der Stresshormone im Blut oder Urin, gegebenenfalls muss ein Suppressionstest erfolgen (Clonidin). Die Lokalisation erfolgt mittels am MIBG-Szintigramm. Therapie der Wahl ist die Operation (Adrenalektomie) nach entsprechender Vorbehandlung.

Conn-Syndrom

Hierbei handelt es sich um eine autonome Aldosteron-Produktion. Ursache ist ein ein- oder beidseitiges Adenom, selten auch eine Hyperplasie beider Nebennieren. Die Diagnose wird bei Patienten mit arterieller Hypertonie (Bluthochdruck) und Hypokaliämie durch die Bestimmung des Aldosteron/Renin-Quotienten oder eines Kochsalzbelastungstests gestellt. Therapie der Wahl ist die chirurgische Entfernung des Adenoms (Adrenalektomie) oder die medikamentöse Therapie mit einem Antagonisten (Aldactone®).

Inzidentalom

Häufig wird ein hormoninaktives Adenom der Nebennieren als Zufallsbefund bei einer Kernspintomographie-Untersuchung gefunden. Hierbei handelt es sich um ein gutartiges Adenom einer Nebenniere, welches autonom keine Hormone produziert. Hier erfolgt eine Laboruntersuchung beim Endokrinologen – ist diese negativ, kann das Adenom (< 5 cm) beobachtet und einmal pro Jahr kontrolliert werden (MRT und Hormon-Labor).

Nebennieren-Karzinom

Sehr selten ist die bösartige Erkrankung einer oder beider Nebennieren. Meist sind bei Diagnosestellung diese Karzinome schon größer als 10 cm und die Prognose schlecht. Adrenolytica können lebensverlängernd wirken.

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