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Therapie der Hypophosphatasie (HPP) in der Praxis von Prof. Dr. Wüster

Erbliche Stoffwechselerkrankung mit Folgen für Knochen und Organe

Die Hypophosphatasie oder auch das Rathbun-Syndrom genannte Erkrankung ist eine selten vorkommende, erbliche, nicht heilbare Stoffwechselstörung, die meist bereits im Kleinkindalter diagnostiziert wird und auf eine genetische Mutation zurückgeht.

In der Praxis von Prof. Dr. Wüster für die Therapie von Hormon- und Stoffwechselstörungen in Mainz werden Betroffene umfangreich untersucht und passgenau therapiert.

Bei der Hypophosphatasie wird das Enzym alkalische Phosphatase, das für den Knochenaufbau äußerst wichtig ist, unzureichend hergestellt. Die daraus resultierende verminderte Aufspaltung von Phosphatverbindungen im Organismus ist ursächlich für diese Erkrankung. Statt der Nutzung der für die Stabilität der Knochen wichtigen Pyrophosphate reichern sich diese im Organismus an und führen zu vielfältigen Entzündungen.

Hypophosphatasie wird – unabhängig vom Geschlecht – autosomal rezessiv (also von beiden Elternteilen) oder autosomal dominant vererbt (die genetische Störung, das veränderte Allel, wird dann dominant von einem Elternteil weitergegeben). Hypophosphatasie ist eine sich auf das gesamte Organsystem auswirkende fortschreitende und potenziell lebensbedrohliche Stoffwechselstörung.

Die Stoffwechselerkrankung lässt sich u. a. über die erhöhte Substratkonzentration nachweisen (Pyridoxal-5‘-Phosphat, Pyrophosphat, Phosphoethanolamin).

HPP kann in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auftreten, die Beschwerden sind sehr unspezifisch. Abhängig vom Alter, in dem bestimmte Symptome erkennbar auftreten, werden perinatale, infantile, juvenile und adulte HPP-Subtypen unterschieden. Bei der Sonderform der Odonto-HPP kommt es zu einem vorzeitigen Verlust der Milchzähne und/oder der bleibenden Zähne, ohne dass ansonsten Anomalien des Skelettsystems offensichtlich sind.

Signifikante klinische Zeichen, die Hinweise auf eine Hypophosphatasie sein können und die wir in der Mainzer Praxis Prof. Dr. Wüster genau auswerten, sind:

Knochenbau:

  • Kinder zeigen Rachitis-ähnliche Symptome mit Watschelgang, Valgusstellung/Schiefstellung der Beine (X-Beine, O-Beine)
  • Auffälliger Kleinwuchs
  • Wiederkehrende Ermüdungsbrüche, z. B. Vorfuß-Stressfrakturen
  • Schlechte Heilung von Brüchen
  • Knochenmarksödeme (krankhafte Flüssigkeitsansammlungen)
  • Muskeln und Knochen schmerzen (muskuloskelettale Schmerzen)
  • Krankhafte, nachweisbare Umbauprozesse in den Knochen, sogenannte Pseudofrakturen

Zähne:

  • Auffällig früher Verlust aller Milchzähne
  • Zahnbein-Fehlentwicklungen (Dentinogenese-Störungen) der zweiten Zähne
  • Parodontitis
  • Auffällige Probleme mit Karies
  • Zahnanomalien

Gelenke:

  • Krankhafte Ablagerungen im Gelenk, Mineralisation des Gelenkknorpels (Chondrocalcinose/„Pseudogicht“)
  • Arthralgien (Gelenkschmerzen)

Sehnen:

  • Tendinitis (Sehnenentzündung)
  • Enthesitis (Rheuma)
  • Enthesiopathien (Adhäsionsschmerz, Verklebung)
  • Tendinosis calcarea (Verkalkung von Sehnen)

Darm/Intestinal:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Unwohlsein durch Unverträglichkeiten

Zentralnervensystem:

  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Angststörungen
  • Missempfindungen

Nieren:

  • Nierensteine
  • Nierenschwäche/Niereninsuffizienz
  • Nierenverkalkungen

Praxis Prof. Dr. Wüster, Evaluation bei Hypophosphatasie

Zu der Evaluation der Hypophosphatasie gehören – neben der direkten Inaugenscheinnahme – bildgebende Untersuchungen.

Das Hormon- & Stoffwechselzentrum Prof. Wüster MVZ GmbH Mainz setzt zur Untersuchung auf die Röntgenabsorptiometrie (DXA). Diese kann zusätzliche befundbestätigende Hinweise liefern, da bei HPP die Knochendichte in ca. 50% erniedrigt ist.

Die konventionelle Radiografie (Röntgengerät) kann Verwendung finden, die Knochenszintigrafie, eine nuklearmedizinische Untersuchung, kann durchgeführt werden und das MRT kann im Wirbelsäulenbereich bei unklaren Differentialdiagnosen oder bei Tumorverdacht hilfreiche Informationen liefern.

Für die weitergehende Absicherung dieser Untersuchungsergebnisse zu einer möglichen Hypophosphatasie werden außerdem Laboruntersuchungen herangezogen. Die genannte Stoffwechselstörung wird anhand der Konzentration zahlreicher körpereigener und reproduzierter Substanzen überprüft und validiert.

Folgende Werte werden bestimmt und ausgewertet: Creatinin, Calcium, Phosphat, Blutbild etc. Wird dabei eine erniedrigte Enzymaktivität – Gesamt-Alkalische Phosphatase (<40 IU/l) – festgestellt, folgt eine weitergehende Ursachenermittlung. Eine Bisphosphonat-/oder Denosumab-Therapie kann (monoklonaler Antikörper) den Knochenabbau hemmen.

Eine erhöhte Konzentration von Vitamin B6 (Pyridoxalphosphat) kann ein Indiz für eine HPP sein, da es sich hierbei um das natürliche Substrat der alkalischen Phosphatase handelt. Wenn das Enzym nicht arbeiten kann, sammelt sich Pyridoxalphosphat an. Mit einer Differentialdiagnose wird daher der Ursache der Erhöhung genau nachgegangen.

Und auch die Molekularbiologie liefert durch die Sequenzierung am ALPL-Gen hilfreiche Informationen. Bei Familien-Untersuchungen wird nur die mutierte Stelle untersucht.

Die Knochenumbaumarker (bone turnover marker = BTMs) bieten weitere Anhaltspunkte. Zu ihnen zählen das Osteocalcin, Prokollagen Typ 1 N-terminales Propeptid (P1NP), C-Terminals Telopeptid vom Typ1 Kollagen (CTX) sowie die knochenspezifische alkalische Phosphatase (Ostase). Reaktionsspezifische Größen des Calciumstoffwechsels sind: Serumcalcium, das in der Nebenschilddrüse gebildete Parathormon iPTH, die Hormonvorstufe Calcidiol

25-OH-D3 und Calcitriol 1,25-(OH)2D3 (Vitamin D).

Auch die nachfolgenden Fragen werden berücksichtigt:

  • Gibt es eine Schildddrüsenerkrankung (Myxödem-Koma)?
  • Wie schaut es bzgl. einer Anämie aus? Gibt es Hinweise auf eine Blutarmut?
  • Welche Hinweise gibt es auf Knochenfehlbildungen/Achrondrodysplasien?
  • Gibt es eine gefährliche Anreicherung von Kupfer mit einhergehenden Funktionsstörungen der Leber, des zentralen Nervensystems, der Augen und Nieren (Morbus Wilson)?
  • Liegt die Vitaminmangelkrankheit Skorbut vor?
  • Können Übergewichtsoperationen (bariatrische Operationen) für bestimmte Werte verantwortlich sein?
  • Gibt es einen starken Magnesiummangel?
  • Werden bestimmte Kontrazeptiva (Empfängnis-verhütende Mittel) eingenommen?

Die Enzymersatztherapie zur Behandlung der Hypophosphatasie

Die Praxis Prof. Dr. Wüster behandelt die erbliche Stoffwechselkrankheit Hypophosphatasie langfristig (bzw. lebenslang) mit dem Wirkstoff StrensiqÒ. Bei StrensiqÒ (Asfotase alfa) handelt es sich um eine künstlich mit Hilfe von gentechnisch veränderten Zellkulturen hergestellte alkalische Phosphatase. Bei dieser Therapieform wird also das genetisch bedingt fehlende Enzym ersetzt.

Diese Enzymersatztherapie kann viele der oben genannten Beschwerden therapieren helfen (muskuläre Beschwerden, Knochen- und Gelenkschmerzen etc.). Es ist v. a. dann erste Wahl, wenn sich alternative Therapiemaßnahmen, wie z. B. die Wirkstoffe Teriparatid, Sklerostin-Antikörper (Romosozumab), Analgetika sowie auch physikalische Maßnahmen, als unwirksam erweisen.

Ferner lässt sich eine symptomatische medikamentöse Therapie mit nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR), Osteoporose-Therapeutika (z. B. Denosumab) und – in vorsichtiger Dosierung (bei engmaschiger Kontrolle) – mit Vitamin D durchführen.

Zu den physikalischen Behandlungsmaßnahmen der Hypophosphatasie können die Wärme- bzw. Kryotherapie (Kältetherapie) oder die Krankengymnastik gehören.

Nützlich kann es darüber hinaus auch sein, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Der Bundesverband der deutschen Hypophosphatasie-Selbsthilfe hat seinen Sitz in Würzburg.

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