Thyroxin bei Schilddrüsenunterfunktion richtig dosieren!

Fehlfunktion Schilddrüse feststellen.

Der Mainzer Endokrinologe Prof. Wüster informiert über Wechselwirkungen und Überdosierungen

MAINZ. Menschen, die unter einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, müssen oft über einen längeren Zeitraum Hormonersatzpräparate in Form von Medikamenten einnehmen, um die fehlenden körpereigenen Hormone so zu ersetzen. Vorwiegend kommt dabei synthetisch produziertes L-Thyroxin zum Einsatz. Es entspricht dem körpereigenen Hormon T4. Die Dosierung ist individuell verschieden.

„Anhand des TSH-Wertes wird die Dosierung festgelegt und während der Therapie immer wieder überprüft. Üblicherweise wird mit einer niedrigen Dosis begonnen, um den Körper an die Hormontherapie zu gewöhnen“ so Prof. Dr. Christian Wüster, Endokrinologe aus Mainz.

Massive Nebenwirkungen bei Thyroxin Überdosierung

Besondere Vorsicht geboten ist bei:

  • Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter,
  • Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen und
  • Patienten, die schon lange unter einer Schilddrüsenunterfunktion leiden sowie
  • sehr schlanken Personen.

Die Nebenwirkungen einer Thyroxin Überdosierung können massiv sein – sie entsprechen den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion:

  • Schwitzen,
  • Herzklopfen,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • innere Unruhe,
  • Schlaflosigkeit,
  • Zittern.

Neben einer falschen Dosierung können Medikamente wie Colestyramin, Colestipol oder magensäurebindende Wirkstoffe die Aufnahme von L-Thyroxin vermindern oder gar hemmen. Betablocker sorgen dafür, dass L-Thyroxin schlechter umgewandelt werden kann. Bei gemeinsamer Einnahme dieser Medikamente muss die Schilddrüsenfunktion im Labor regelmäßig überprüft werden.

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