Osteoporose

Wenn der Knochenschwund einsetzt

Allgemeines

Die Stoffwechselkrankheit Osteoporose ist weit verbreitet bei Menschen ab 50 Jahren (überwiegend Frauen). Bei dem chronischen Knochenleiden ist das Verhältnis von Knochenaufbau, -abbau, -dichte und -qualität aus der Balance. Die Knochen werden porös und brechen schnell. Gesunde Menschen verlieren pro Lebensjahr 0,5–1 % Knochenmasse. Mit Osteoporose kann der Knochenabbau bis zu 6 % betragen.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren:

  • Mangel- und Unterernährung
  • Genetische Vorbelastung
  • Hormonelle Veränderungen im Alter
  • Zu wenig Bewegung
  • Mangel an Vitamin D und Kalzium
  • Arzneimittel (z. B. Cortison)
  • Alkohol und Nikotin
  • Häufige Stürze
  • Bei Frauen: Östrogen-Mangel, frühzeitige Menopause, Entfernung der Eierstöcke

Formen des Knochenschwundes:

  • Primär: betrifft vor allem ältere Frauen (u. a. durch die veränderte Hormonstruktur)
  • Sekundär: im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen (u. a. Typ-1-Diabetes, Erkrankungen der Schilddrüse oder des rheumatischen Formenkreises)

Betroffene haben oft täglich Angst vor einem Knochenbruch und bewegen sich daher weniger. Das kann zu Schmerzen führen. Außerdem ist Bewegung wichtig, um die Erkrankung auszubremsen. Der Körper handelt nach folgender Logik: „Was nicht gebraucht und genutzt wird, ist überflüssig und wird abgebaut.“ Körperliche Aktivität hilft demnach, eine Osteoporose vorzubeugen.

Diagnostik und Therapie

Hier kommen vor allem eine Knochendichtemessung (DXA), Röntgenaufnahmen sowie Urin- und Bluttests zum Einsatz. Mit der modernen DXA-Methode werden Knochendichte und Frakturrisiko erkennbar.

Die Therapie besteht aus verschiedenen sich ergänzenden „Bausteinen“. Bestimmte Arzneimittel können dazu beitragen, den Knochenabbau zu verringern und den Aufbau zu stärken. Die Versorgung mit Vitamin D, Kalzium und Eiweiß ist ebenfalls sehr wichtig. Auch auf regelmäßige Bewegung sollte geachtet werden.

Alle Infos finden Sie hier zum Nachhören.

Ermüdungsfrakturen

Ermüdungsfrakturen können u. a. durch Über- und Fehlbelastung, angeborene Fehlstellungen, starkes Übergewicht, Mangelernährung und Osteoporose entstehen. Oft sind auch Sportlerinnen und Sportler davon betroffen. Stechende Schmerzen, Schwellungen und Rötungen sind die Folge. Ermüdungsfrakturen heilen schlechter als „reguläre“ Frakturen, da der normale Prozess des Knochenumbaus rückläufig ist.

Weitere Ursachen von Ermüdungsfrakturen:

Diese Verfahren helfen bei der Diagnose:

  • Konventionelle Röntgenbilder
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Computertomographie (Bruchspalt nachweisen)
  • Knochenszintigrafie
  • Ermittlung bestimmter Werte (u. a. Kalzium, Phosphat, Nebenschilddrüsenhormon, Vitamin D3-Hormon)
  • Beobachtung der Knochenumbaumarker (Osteocalcin, P1NP, CTX, alkalische Phosphatase)
  • Regelmäßige Knochendichtemessung

Bei der Therapie von Ermüdungsfrakturen sind mehrere medizinische Fachbereiche beteiligt, so u. a. Orthopädie, Unfallchirurgie, Osteologie, Radiologie und Physiotherapie. Eine Psychotherapie kann ebenfalls sinnvoll sein. Zuerst sind jedoch Schmerztherapie und Entlastung des betroffenen Körperbereichs notwendig. Lymphdrainagen können zur Linderung der Schmerzen beitragen. Auch knochenaufbauende Medikamente können eingesetzt werden.

Weitere Rehabilitierungsmaßnahmen:

  • Energieaufnahme optimieren (genug Eiweiß, kalorienreiche Ernährung)
  • Hochkalorische Ernährung für Sportlerinnen und Sportler nach einem Wettkampf
  • Regelmäßige Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen (Kalzium, Magnesium, Vitamin K, Vitamin D)
  • Normalisierung des Östrogenspiegels (für Frauen mit Zyklusstörungen)
  • Testosteronzufuhr (für Männer mit Testosteronmangel)

Wichtig: Der Einsatz nicht-anaboler Osteoporose-Therapeutika (u. a. Bisphosphonate, Denosumab) kann zu einer Verschlechterung der Frakturheilung führen!

Schon gewusst? Wir bieten eine Selbsthilfegruppe für Osteoporose-Patient:innen an! Das Anmeldeformular finden Sie in unserem Download-Bereich.

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