Terminsprechstunden:
Mo, Di und Do: 8–12.30 Uhr und 14–18 Uhr, Mi und Fr: 8–14 Uhr

Tumore der Hypophyse – Infos aus Mainz

Welche Tumore können an der Hypophyse auftreten? Endokrinologe aus Mainz gibt Antworten

 

MAINZ. Die Hypophyse, auch als Hirnanhangdrüse bezeichnet, gehört zu den wichtigsten hormonellen Steuerungszentralen des menschlichen Körpers. Ihr Gleichgewicht kann durch unterschiedliche Krankheiten beeinflusst werden. Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christian Wüster ist niedergelassener Endokrinologe in Mainz und leitet das Hormon- und Stoffwechselzentrum. Er erklärt, welche Tumoren an der Hypophyse auftreten können.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mainzer Endokrinologe: Häufige Tumore an der Hypophyse

Zu den häufigsten Tumoren an der Hypophyse zählen die sogenannten Hypo-physenadenome. Dabei handelt es sich um gutartige Tumoren, die am Vorder-lappen der Hirnanhangdrüse verortet sind. Sind sie kleiner als zehn Millimeter, werden sie als Mikroadenome bezeichnet. Meist werden sie im Rahmen eines Zufallsbefunds nachgewiesen. Überhaupt sind klinisch relevante Adenome, also Tumoren der Hirnanhangdrüse, die Symptome verursachen, vergleichsweise selten. Nur etwa einer unter hunderttausend Menschen leidet unter einem be-handlungsbedürftigen Adenom. Wenn das Hypophysenadenom Hormone aus-schüttet, wird es als hormonaktives Hypophysenadenom bezeichnet. Dabei werden die Hormone nicht bedarfsorientiert, sondern unkontrolliert und im Überfluss ausgeschüttet. Je nachdem, welches Hormon genau überschüssig produziert wird, können sich ganz unterschiedliche Krankheitsbilder damit ver-binden. Adenome an der Hypophyse, die keine Hypophysen Hormone bilden oder ausschütten, werden als hormoninaktive Hypophysenadenome bezeichnet. Sie sind erst dann klinisch auffällig, wenn sie Symptome wie Sehstörungen oder ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt verursachen.

Erkrankungen der Hypophyse haben viele Gesichter, weiß Prof. Wüster aus Mainz

Hypophysenadenome gehen am häufigsten mit drei unterschiedlichen Erkran-kungen einher. Dabei handelt es sich um die Akromegalie, Morbus Cushing und Prolaktinome.

Bei der Akromegalie kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Wachs-tumshormonen. Knochen, Weichteile und innere Organe wachsen übermäßig. Die Gesichtszüge vergrößern sich, ebenso Nase, Füße und Hände. Auch die inneren Organe wachsen überproportional. Zudem bleibt der Stoffwechsel nicht unbeein-flusst. Hoher Blutdruck und Blutzucker-Krankheit können die Folge sein. Im Kin-desalter spricht man bei dieser Diagnose vom sogenannten Gigantismus.

Morbus Cushing geht mit der überschüssigen Ausschüttung von ACHT durch ein Adenom einher. In der Folge kommt es zu einer krankhaften Cortisolausschüt-tung der Nebennierenrinde. Patienten leiden unter Adipositas, entwickeln ein Vollmondgesicht, zeigen Fettpolster am Nacken und Dehnungsstreifen der Haut. Darüber hinaus ist eine ausgeprägte Hämatom-Neigung ein Hinweis auf Morbus Cushing.

In Mainz behandelt Prof. Wüster zudem Patienten mit Prolaktinomen. Durch die Erkrankung kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Prolaktin. Typi-scherweise sind Frauen von dieser Krankheit betroffen. Ihre Periodenblutung bleibt aus. Es kommt zu Milchfluss aus der Brust. Bei Männern trägt ein Prolakti-nom zu einem Rückgang der Körperbehaarung und zur Zeugungsunfähigkeit bei. Darüber hinaus können Kraniopharyngiome, Meningeome, Hypophysen-Zysten oder eine Hypophysitis, eine Entzündung der Hirnanhangdrüse, auftreten.

Doctolib
Termin online vereinbarenHier klicken
Fachbuch
-

Veröffentlichung Endokrinologie und Osteologie in der Hausarztpraxis Endokrinologie und Osteologie in der Hausarztpraxis
Im renommierten Fachverlag Springer ist das neue Buch von Prof. Dr. Dr. Wüster erschienen. Unter dem Titel „Endokrinologie und Osteologie in der Hausarztpraxis, Leitfaden für die tägliche Patienten-Versorgung“ finden Interessierte praxisnahe Hinweise zur hausärztlichen Patientenversorgung in der Endokrinologie und Osteologie. Auch wenn das Buch an erster Stelle die Hausarztpraxen adressiert, so richtet es sich darüber hinaus auch an bestimmte Fachärzte (Internisten, Gynäkologen, Urologen, Orthopäden, Rheumatologen, Pädiater) sowie an Medizinstudenten, erfahrene MFA und Physiotherapeuten.
Direkt hier vorbestellen!