Tumoren der Hypophyse – Infos aus Mainz

Endokrinologe aus Mainz informiert zur Hypophyse

Welche Tumoren können an der Hypophyse auftreten? Endokrinologe aus Mainz gibt Antworten

MAINZ. Die Hypophyse, auch als Hirnanhangdrüse bezeichnet, gehört zu den wichtigsten hormonellen Steuerungszentralen des menschlichen Körpers. Ihr Gleichgewicht kann durch unterschiedliche Krankheiten beeinflusst werden. Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christian Wüster ist niedergelassener Endokrinologe in Mainz und leitet das Hormon- und Stoffwechselzentrum. Er erklärt, welche Tumoren an der Hypophyse auftreten können.

Endokrinologe aus Mainz: Häufige Tumoren an der Hypophyse

Zu den häufigsten Tumoren an der Hypophyse zählen die sogenannten Hypophysenadenome. Dabei handelt es sich um gutartige Tumoren, die am Vorderlappen der Hirnanhangdrüse verortet sind. Sind sie kleiner als zehn Millimeter, werden sie als Mikroadenome bezeichnet. Meist werden sie im Rahmen eines Zufallsbefunds nachgewiesen. Überhaupt sind klinisch relevante Adenome, also Tumoren der Hirnanhangdrüse, die Symptome verursachen, vergleichsweise selten. Nur etwa einer unter hunderttausend Menschen leidet unter einem behandlungsbedürftigen Adenom.
Wenn das Hypophysenadenom Hormone ausschüttet, wird es als hormonaktives Hypophysenadenom bezeichnet. Dabei werden die Hormone nicht bedarfsorientiert, sondern unkontrolliert und im Überfluss ausgeschüttet. Je nachdem, welches Hormon genau überschüssig produziert wird, können sich ganz unterschiedliche Krankheitsbilder damit verbinden. Adenome an der Hypophyse, die keine Hypophysen Hormone bilden oder ausschütten, werden als hormoninaktive Hypophysenadenome bezeichnet. Sie sind erst dann klinisch auffällig, wenn sie Symptome wie Sehstörungen oder ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt verursachen.

Erkrankungen der Hypophyse haben viele Gesichter, weiß Prof. Wüster aus Mainz

Hypophysenadenome gehen am häufigsten mit drei unterschiedlichen Erkrankungen einher. Dabei handelt es sich um

  • die Akromegalie,
  • Morbus Cushing und
  • Prolaktinome.

Bei der Akromegalie kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Wachstumshormonen. Knochen, Weichteile und innere Organe wachsen übermäßig. Die Gesichtszüge vergrößern sich, ebenso Nase, Füße und Hände. Auch die inneren Organe wachsen überproportional. Zudem bleibt der Stoffwechsel nicht unbeeinflusst. Hoher Blutdruck und Blutzucker-Krankheit können die Folge sein. Im Kindesalter spricht man bei dieser Diagnose vom sogenannten Gigantismus.
Morbus Cushing geht mit der überschüssigen Ausschüttung von ACHT durch ein Adenom einher. In der Folge kommt es zu einer krankhaften Cortisolausschüttung der Nebennierenrinde. Patienten leiden unter Adipositas, entwickeln ein Vollmondgesicht, zeigen Fettpolster am Nacken und Dehnungsstreifen der Haut. Darüber hinaus ist eine ausgeprägte Hämatom-Neigung ein Hinweis auf Morbus Cushing
In Mainz behandelt Prof. Wüster zudem Patienten mit Prolaktinomen. Durch die Erkrankung kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Prolaktin. Typischerweise sind Frauen von dieser Krankheit betroffen. Ihre Perioden Blutung bleibt aus. Es kommt zu Milchfluss aus der Brust. Bei Männern trägt ein Prolaktinom zu einem Rückgang der Körperbehaarung und zur Zeugungsunfähigkeit bei. Darüber hinaus können Kraniopharyngiome, Meningeome, Hypophysen-Zysten oder eine Hypophysitis, eine Entzündung der Hirnanhangdrüse, auftreten.