Osteoporose gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Knochens – und wird dennoch vielfach erst erkannt, wenn es bereits zu einem Knochenbruch gekommen ist.
In einem aktuellen Beitrag des SWR erläutert Prof. Dr. Dr. Wüster, Leiter des Hormon- & Stoffwechselzentrums Mainz, worauf es bei Diagnose und Therapie ankommt und was sich mit einer konsequenten Behandlung erreichen lässt.
Bei einer Patientin von ihm wurde bereits mit 55 Jahren eine schwere Osteoporose diagnostiziert. Zwei Knochenbrüche innerhalb von nur neun Monaten waren damals Anlass für eine eingehende Untersuchung. Seit sieben Jahren wird sie nun von Prof. Dr. Dr. Wüster therapiert und die Entwicklung ist positiv: Die zunächst deutlich erniedrigte Knochendichte hat sich über die Jahre erheblich verbessert und liegt heute nahe am Normalbereich. Für Prof. Wüster zeigt der Verlauf zugleich, dass eine erfolgreiche Osteoporose-Therapie langfristig gedacht werden muss.
Eine moderne Osteoporose-Behandlung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Neben einer individuell abgestimmten medikamentösen Therapie spielen eine kalzium- und proteinreiche Ernährung sowie regelmäßige Bewegung eine wichtige Rolle.
Besondere Bedeutung misst Prof. Wüster dem gezielten Muskeltraining bei. Eine kräftige Muskulatur sowie eine gute neuromuskuläre Koordination können helfen, Stürze zu vermeiden oder sich bei einem Sturz besser abzufangen. Gerade bei Menschen mit Osteoporose ist dies wichtig, weil Stürze schnell zu weiteren Knochenbrüchen führen können.
Im gezeigten Patientenbeispiel gehören deshalb regelmäßiges Training der Rücken-, Rumpf- und Beinmuskulatur ebenso zur Therapie wie Übungen mit Gewichten und Widerständen. Die Patientin trainiert mindestens zweimal pro Woche – im Fitnessstudio unter Anleitung und selbstständig zu Hause.
Prof. Dr. Dr. Christian Wüster beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Osteoporose, Knochendichtemessung und Erkrankungen des Knochenstoffwechsels. Im Hormon- & Stoffwechselzentrum Mainz behandelt er Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet. Aber natürlich kommen besonders viele Betroffene aus dem Rhein-Main-Gebiet.
Eine frühzeitige Diagnostik ist entscheidend wichtig. Doch obwohl es sich bei Osteoporose um eine echte Volkskrankheit handelt, von der rund 6 Mio. Menschen in Deutschland betroffen sind, ist die Aufklärung hierzu immer noch unzureichend und so bleibt Osteoporose häufig lange Zeit unbemerkt.
Eine Knochendichtemessung kann helfen, ein erhöhtes Risiko zu erkennen und – abhängig von der individuellen Situation – frühzeitig eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Seine langjährige klinische Erfahrung macht Prof. Wüster auch für die Medien regelmäßig zum Ansprechpartner. In Fernseh-, Radio- und Pressebeiträgen ordnet er medizinische Entwicklungen und Fragen aus den Bereichen Endokrinologie, Hormon- und Knochenstoffwechsel ein.
Auch der SWR greift wiederholt auf seine Expertise zurück – neben Osteoporose beispielsweise bei Fragen zu Adipositas und modernen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten.
Den SWR-Beitrag „Osteoporose: Diagnostik und Behandlung“ können Sie hier ansehen.
Quelle (Bild, Inhalte): SWR, Brüchige Knochen – was tun? Osteoporose: Diagnostik und Behandlung. Autorinnen: Tabea Schröder, Annika Erbach und Sola Hülsewig, Marktcheck-Sendung 22.09.2026
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